Fohlenrettung – Falsche Medikamentenabgabe

mit lebensbedrohlichen Folgen

In dieser Folge berichten Prof. Karsten Feige, Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Dr. Frederik Heun über einen seltenen, aber hochkritischen Notfall: Ein erst 13 Tage altes Hengstfohlen erleidet nach einer massiven Überdosierung von Moxidectin schwere neurologische Ausfälle – ausgelöst durch eine Verwechslung mit einem Vitaminpräparat. Nach intensiver Stabilisierung scheitert der erste Therapieversuch mit Flumazenil. Dann der Durchbruch: Eine intravenöse Lipid-Emulsion („Lipid-Rescue“) zieht den fettlöslichen Wirkstoff aus dem Zielgewebe – das Fohlen steht, trinkt und erholt sich sichtbar binnen Stunden. Was nach High-Risk klingt, wird zum Lehrstück über Teamwork, Literaturrecherche und sicheren Arzneimittelgebrauch.
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00:00 – Intro & Ziel der Folge

00:54 – Sensibilisierung: richtiger Umgang mit Medikamenten

02:22 – Fallvorstellung: 13-Tage-Fohlen, Verwechslung & Überdosierung

04:45 – Klinische Symptome & Aufnahmezustand

06:17 – Intensivmaßnahmen: Wärme, Infusion, Magensonde, Harnkatheter

10:45 – Wirkmechanismus Moxidectin & Besonderheiten bei Fohlen

12:38 – Prognose, Lipophilie & lange Halbwertszeit

15:11 – Entscheidungsfindung mit Besitzer: Szenarien & Kosten

16:39 – Flumazenil-Versuch und warum er hier nicht griff

19:27 – Idee „Lipid-Rescue“ aus Literatur & Kleintiermedizin

23:09 – Organisation & Durchführung der Lipid-Infusion

24:34 – Der Wendepunkt: Aufstehen, Trinken, rasche Besserung

26:20 – Team-Moment & Emotion

27:19 – Wissenschaftliche Konsequenzen & Publikation

29:03 – Takeaways für Pferdehalter:innen

31:36 – Ausblick: Nächste Folge zu IBD

Wichtigste Takeaways für Pferdehalter:innen:

Zulassung beachten: Moxidectin ist erst ab > 4 Monaten fürs Pferd zugelassen.

Dosis = Wirkung vs. Risiko: Immer Gewicht korrekt schätzen/ermitteln, Dosierskala sorgfältig einstellen.

Verwechslungen verhindern: Medikamente getrennt, klar beschriftet und nicht neben Ergänzungs- oder Vitaminpasten lagern.

Früh tierärztlich abklären: Bei Auffälligkeiten (Apathie, Festliegen, Trinkunlust, neurologische Symptome) sofort Tierarzt kontaktieren.

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