Wie steige ich in die Zeitgemäße und Selektive Entwurmung ein?

Informationen für den Einstieg in die zeitgemäße (+ selektive) Entwurmung für Pferde

Erstmal … als Tipp: Das Frühjahr ist ideal für den Einstieg in die ZSE !!

dann …  WARUM eigentlich „Zeitgemäße und Selektive Entwurmung“?

  • Durch immer häufiger auftretende Resistenzen der Magen-Darm-Würmer gegen die verfügbaren Wurmkuren / Wirkstoffe besteht auf lange Sicht Lebensgefahr für die Pferde, wenn es nicht gelingt, die Resistenzen möglichst bald und effektiv zu kontrollieren und zu bekämpfen! Eine Entwicklung neuer Wirkstoffe ist NICHT in Sicht und nicht zu erwarten. – Deshalb sollte man sich überlegen, ob man Schluss machen möchte mit der bisherigen riskanten „blinden“ Verabreichung von Wurmkuren nach dem „Gießkannenprinzip“ alle 3 Monate. Mit der ZSE ist dies möglich!
  • Die Zuführung chemischer Präparate (Wurmkuren) ist eine Belastung für den Pferdeorganismus.
    Wenn eine Behandlung nachweislich sein muss, ist es keine Frage, sie durchzuführen, ja dann ist ihre Durchführung sogar notwendig. Wenn sie jedoch nicht erforderlich wäre, da das Immunsystem des Pferdes selbst mit den Parasiten fertig wird oder sie aufgrund einer Resistenz gegen das Präparat gar unwirksam ist, wird sie schlichtweg zur unnötigen Belastung für den Organismus des Tieres mit all seinen Nebenwirkungen und negativen Folgeerscheinungen. Mit der ZSE ist es seit einigen Jahren möglich, Entwurmungen GEZIELT und NUR im Bedarfsfall durchzuführen.
  • Es gibt zwei Arten von Parasiten (Magendasseln und Prfiemenschwänze), die nicht im Kot nachweisbar sind. Hier ist es jedoch kein Problem, unter Berücksichtigung der Saison, Befunde und/oder der Symptome zu erkennen, welche Maßnahmen bzw. weiteren Untersuchungen durchzuführen sind.

Wie gehe ich vor? Was ist zu beachten, wenn ich in die ZSE einsteigen möchte?

Unerlässlich ist die Betreuung durch einen mit der ZSE vertrauten Tierarzt. Wer also damit beginnen möchte, möge sich bitte einen betreuenden ZSE-Tierarzt auswählen und mit ihm zusammen den ersten Schritt festlegen. Alle weiteren Schritte ergeben sich unmittelbar daraus. Die regelmäßigen Besprechungen zwischen Praxis und Kunden laufen routinemäßig telefonisch ab. Der Tierarzt muß sich anfangs in einem Gespräch oder einem Besuch ein Bild über den Bestand machen, um nachher korrekt und individuell beraten zu können!

Der betreuende Tierarzt ist somit verantwortlich für die

  • anfängliche Aufklärung des Kunden über den Ablauf der ZSE individuell für sein Tier / seinen Betrieb
  • Auswahl eines geeigneten ZSE-Labors
  • Interpretation der Laborergebnisse
  • Entscheidung über zu treffenden Maßnahmen auf Basis der Labor-Ergebnisse und auf den Bestand abgestimmt
  • regelmäßigen Erinnerungen des Kunden an die Termine für die Einsendung der Kotsammelproben (das macht jeder Pferdebesitzer selbst) und Festlegung der individuell durchzuführenden Labor-Untersuchungen
  • die Bereitstellung des Laborformulares, welches der Pferdebesitzer nach Absprache mit dem betreuenden Tierarzt selbst ausfüllt und beim Versand der Kotprobe beilegt
  • stetige Bereitschaft und Verfügbarkeit zur Beantwortung von Fragen bei Unklarheiten

Spezielles, unbedingt einzuhaltendes Schema zur Untersuchung der Kotproben nach dem Regelwerk der ZSE für jedes Pferd pro Jahr (der betreuende Tierarzt klärt den Kunden genau darüber auf und erinnert ihn an alle anstehenden Termine).
Abweichungen vom Regelwerk sind nicht erlaubt und verbieten die Interpretation von Ergebnissen im Sinne der ZSE!

Erforderliche Labor-Untersuchungsverfahren (nur durch spezialisierte ZSE-Labore möglich):

  • McMaster-Methode
  • Kombinierte Sedimentation-Flotation,
  • PCR zur Differenzierung der großen Strongyliden,
  • Tesafilmabklatsch für Nachweis von Pfriemenschwänzen
  • Larvenauswanderung zur Diagnostik von Lungenwürmern

Abweichungen vom Regelwerk sind auch hier nicht erlaubt und verbieten die Interpretation von Ergebnissen im Sinne der ZSE!

Sie möchten uns, die Tierarztpraxis Dr. Aschenbrenner, mit der Betreuung der ZSE ihres Pferde / Bestandes beauftragen?

  • Bitte rufen Sie werktags von 8 bis 16:00 Uhr unser Praxis-Büro unter 09971-861146 an und besprechen Sie mit unseren Mitarbeitern die Vorgehensweise. Besuchen Sie gerne auch die entsprechende  Seite  hier auf der Homepage.
    • žFür eine 3-Tages-Kotprobe bitte folgendermaßen vorgehen: Dazu bitte 1-3 Tage hintereinander von jedem Tag eine handvoll Kot in ein separates Plastiksäckchen tun. Die Tüten beschriften mit Datum, Besitzername, Pferdename. Am 3.Tag alles per Post an das ZSE-Labor verschicken. Die Sammelproben von Tag 1 +2 bitte zwischenzeitlich im Kühlschrank (nicht gefrieren) lagern. Im Sommer wäre es grundsätzlich hilfreich, während der Sammlung alles in eine Kühltasche mit Kühlakkus zu geben. Der Versand kann dann normal erfolgen, bei hohen Temperaturen wäre ein mit Styropor ausgekleidetes Paket und ein Kühlakku ideal aber nicht Pflicht.
    • žEine 1-Tages-Kotprobe sollte am Tag des Sammelns versandt werden.
    • Das Labor-Begleitformular  unserer Praxis („Untersuchungsantrag für selektive Entwurmung“) können Sie bequem hier auf der Webseite herunterladen und ausfüllen. Hilfestellungen hierfür erhalten Sie gerne durch unser Büro-Personal unter 09971-861146.
    • Der betreuende Tierarzt erklärt, welche Untersuchungen individuell angekreuzt werden müssen.

Kotproben werden nach Erinnerung und in Absprache mit unserem Büropersonal gesammelt:

  • Für die Erfassung von Pfriemenschwänzen (=Oxyuren) und Magendasseln ist die Beobachtung durch den Pferdebesitzer erforderlich, da diese Parasiten nicht über die Kotprobe nachgewiesen werden können. Dies ist ganz einfach erlernbar; falls Sie sich hierzu unsicher fühlen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren und wir bringen Sie gerne auf den notwendigen Wissensstand, damit nichts passieren kann.
  • Die Höhe der kleinen Kostenpauschale für unsere Betreuungsleistungen (Beratungen über Fragen jeglicher Art über die ZSE, Dokumentation der Ergebnisse Ihres Pferdes bzw.Bestandes in unserer EDV, Besprechung der Laborergebnisse mit der daraus resultierenden Therapieempfehlung, Erinnerungsservice für Kotsammeltermine nach dem Regelwerk der ZSE) können sie jederzeit in unserem Praxis-Büro erfragen.

Grundsatz

Nur bei Einhaltung der obigen Kriterien ist die Entscheidung, ob Wurmkur oder nicht, ungefährlich für Ihr Pferd und die beste Parasitenbekämpfung, die es derzeit gibt!

Jede Abwandlung in der Vorgehensweise, die NICHT dem Regelwerk der ZSE entspricht, bedeutet eine Gefahr für die Gesundheit Ihres Pferdes!